Die van der Meer Gruppe

Im Jahr 2004 war ein intelligentes, automatisiertes Bestellsystem noch graue Theorie. Marco van der Meer erkannte dessen Bedeutung und entwickelte das entsprechende Dienstleistungsunternehmen. Heute, 15 Jahre später, steht die van der Meer Gruppe für modernste Beschaffungsprozesse, digitale Innovation und neue Wege der Industrieanlagenoptimierung. Jüngster Schritt des Unternehmens ist die Entwicklung der Know-how-Plattform MEERX, die Beschaffungsbedarf, Ressourceneffizienz, Prozessoptimierung und Investitionsfinanzierung bündelt und Unternehmen ertüchtigt, ihre Geschäftsmodelle und -projekte an fluktuierende Preise und volatile Märkte anzupassen.

Marco van der Meer im Interview

Die Firmengründung 2004

„Begonnen hat alles ganz klassisch: Im täglichen Arbeitsablauf der Bereiche Einkaufslogistik und Beschaffungskette gab es Anfang der 2000er Jahre viele Mängel: Die Abteilung „Disposition“ war oft unprofessionell an Lieferanten angebunden, die Verfahren waren unübersichtlich und die Lieferantenauswahl erfolgte meist nach eingefahrenen Mustern. In allen Bereichen gab es Medienbrüche. Was vor allem fehlte waren Abläufe, die geschlossen, nachvollziehbar und transparent bis ins Management reichten. Da es am Markt keine Software-Lösung für diese Systemschwächen gab, mussten wir sie selbst entwickeln!

Gegründet habe ich das Unternehmen 2004. Zu Beginn gab es drei Mitarbeiter – einen Programmierer, einen Datenbankexperten und einen Berater – und keinen einzigen Kunden! Wir haben uns in den ersten Monaten ganz auf die Entwicklung konzentriert, haben Blaupausen entwickelt und Systemanforderungen definiert. Das war echte Pionierarbeit – übrigens ganz ohne Fremdkapital, was bis heute gilt und uns gesund und unabhängig sein lässt.“

Wann kam der erste Kunde?

„Wir konzentrierten uns zunächst auf die Warengruppe Lebensmittel, weil ich darin viel Erfahrung hatte. Die ersten Kunden, die uns eine Chance gaben, kamen aus dem Gesundheitsmanagement. Der nächste große Kunde war das Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands e. V. (CJD) mit seinen rund 100 Standorten bundesweit. Wir stellten mit unserem neuen System sicher, dass die gesamte Einkaufs- und Beschaffungsorganisation für alle Standorte von einer zentral organisierten Einkaufsplattform aus erfolgen konnte, wobei die einzelnen Standorte weiterhin vor Ort bestellen konnten – und das zu den Einkaufskonditionen eines Großkunden!

Im Bereich Lebensmittel, Hotellerie, Health Care konnten wir dann schnell Fuß fassen, wobei sich unser heutiges Angebot längst nicht mehr nur auf Lebensmittelbeschaffung konzentriert.“

Wie entwickelte sich die van der Meer-Gruppe im Laufe der Jahre?

„Da sich die von uns entwickelte Systematik als stabil und für Kunden als äußerst vorteilhaft erwies, entschieden wir binnen weniger Jahre, das Angebot auf weitere Warengruppen auszuweiten. Meine unternehmerische Idee ging jedoch darüber hinaus. Wir wollten aufzeigen, dass es im Rahmen einer Bestellkette neben dem Bezugspreis noch weitere Kostenfaktoren – etwa die Prozesskosten – gibt, die sich optimieren oder gar beseitigen lassen, um den Warenpreis zu optimieren.

2007 war unser System dann so ausgereift, dass wir in die Feinjustierung gehen konnten. Seit 2010 / 2011 sind wir deutlich auf Erfolgskurs. Damals haben wir die DNA unseres Unternehmens verbessert und gezielt Experten aus der Industrie in unser Unternehmen geholt. Seither ist unser erklärtes Ziel, den Bestell- und Einkaufsprozess viel umfassender zu betrachten als unser Mitbewerb, sämtliche IT-Lösungen laufend state-of-the-art zu verbessern, und wir denken seit einiger Zeit intensiv darüber nach wie wir unseren Kunden helfen können, ihre Industrieanlagen ohne große organisatorische Belastungen zu modernisieren. Das beinhaltet selbstverständlich auch die Finanzierung. Im 21. Jahrhundert geht es nicht mehr um bloße Beratung, denn das bindet in Unternehmen zu viele Ressourcen. Heute geht es um best-practice-Umsetzungen und intelligentes Outsourcing!

Unsere Kunden kommen heute aus allen möglichen Sparten der Industrie, und sie haben unterschiedliche Optimierungsprojekte, sei es im Beschaffungs-, im Digitalisierungs- oder im Bereich Modernisierung von Industrieanlagen. Manche Kunden lagern ihre gesamte Beschaffung an uns aus, andere beauftragen uns mit Digitalisierungsthemen, dritte holen uns an Bord, wenn IT-Hardware, die Energieeffizienz oder die Gebäudegesundheit zu verbessern sind. Wir verstehen uns als Sparring Partner unserer Kunden und Lieferanten, damit diese sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und im 21. Jahrhundert wettbewerbsfähig bleiben können.

Als Unternehmen sind wir organisch gewachsen und betreuen heute in den Bereichen Digitalisierung und Modernisierung über 100 Kunden – und zwar langfristig und nachhaltig. Über unsere Plattform handeln wir über 250 Mio. € jährlich ab. Wir arbeiten in multidisziplinären Teams mit Kundenbeteiligung und ausgewählten Industriepartnern, die sich gegebenenfalls auch als FinTechs beteiligen. So unterstützen wir die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und die Optimierung von etwas in die Jahre gekommenen Geschäftsmodellen.“